Sie ist wieder da: Die andere Geschichte

Unser neues Thema lautet

Zuhause

Unsere erste Geschichte kommt von Margit Kröll.

margitSchule schwänzen

„Ich will nicht in die Schule. Die ist langweilig“, jammerte Simon wieder einmal vor sich hin. Er ging in die zweite Klasse und hasste es, immer pünktlich aufstehen zu müssen. Kaum war er in der Schule, musste er brav auf dem Stuhl sitzen bleiben und zuhören, was der Lehrer erzählte. Dabei brauchte er Bewegung.
Nach ein paar Minuten fing er schon an zu zappeln. Das gefiel dem Lehrer gar nicht und er wurde ständig ermahnt. Was sollte er denn manchen? Auf den harten Holzstühlen konnte niemand ruhig sitzen. Nach einem Jahr Schule hatte der Junge schon genug davon. Wie sollte er denn bloß die nächsten Jahre überstehen?
„Ich will jetzt schon erwachsen sein, dann brauche ich nicht mehr zur Schule zu gehen“, war seine neueste Ausrede.
„Mach deine Hausaufgaben und jammere nicht ständig“, war die Reaktion seiner Mutter. Dabei wurde er nur noch zorniger. Wer hatte bloß die Schule erfunden? Simon wollte doch lieber in der Natur oder mit Lego spielen, Rad fahren und alles andere machen, nur nicht an einen Stuhl gefesselt sein. Nun saß er vor seiner Hausaufgabe und musste schon wieder mindestens eine Stunde ruhig sitzen, um schön schreiben zu können. Neidisch schaute er auf seinen kleinen Bruder. Toni war gerade ein Jahr alt und konnte machen, was er wollte. Er brauchte nicht ruhig zu sitzen, sondern war gerade in der Phase, laufen zu lernen.
„Du hast es gut, du brauchst nicht stundenlang auf einem Stuhl zu sitzen“, murmelte Simon vor sich hin.
Am nächsten Tag beschloss er, anstatt zur Schule, woanders hinzugehen. Viel würde er nicht versäumen, da er seinem Lehrer sowieso kaum zuhörte.
Wie immer winkte er seiner Mutter zu, wenn er das Haus verließ. Er wartete genauso auf seinen Freund Max und marschierte mit ihm zur Bushaltestelle.
Er stieg auch in den Bus ein. Doch bevor sich die Türen schließen konnten, huschte er wieder raus. Zum Glück hatte es der Busfahrer nicht bemerkt, und so konnte er sich problemlos hinter einer Hecke verstecken und warten, bis der Bus weg war. Nicht mal Max fiel auf, dass sein Freund fehlte. Simon hatte ihm einfach erzählt, er wolle heute neben Konrad sitzen, denn er hätte mit ihm etwas zu besprechen. Erst als der Bus weit genug weg war, verließ er sein Versteck. Da er seine Schultasche nicht brauchte, ließ er sie hinter der Hecke liegen.
Nun eilte er zum Spielplatz. Da alle Kinder in der Schule waren, war er ganz allein. Das störte ihn nicht im Geringsten. So hatte er alles für sich allein. Er
genoss es, in der Natur zu sein. Gerade als er am Klettergerüst ganz oben ankommen war, erschreckte ihn eine Frau.
„Müsstet du nicht in der Schule sein?“, fragte sie ihn vorwurfsvoll.
„Nein! Heute bin ich erwachsen und da brauche ich nicht mehr zur Schule“, antwortete er ihr. Alles weitere, was die Dame sagte, ignorierte er. Er flüchtete vor seinem Lehrer, wieso sollte er dann jemand anderem beim Reden zuhören. Auf einmal fühlte sich Simon irgendwie seltsam. Als er nach unten blickte, sah er die Dame grinsen. Sie streute eine Art Pulver nach ihm. War sie denn eine Hexe? Simon machte die Augen zu. Er wollte nichts von dem Pulver in die Augen bekommen. Vorsichtig versuchte er nach unten zu klettern. Das ging rascher, als er gedacht hatte. Das Hinaufsteigen war viel mühsamer gewesen. Es war so, als ob die Sprossen auf einmal einen geringeren Abstand hätten als vorher. Er musste sich kaum noch strecken.
Als er den Boden berührte, machte er die Augen wieder auf. Die Frau war verschwunden. Hatte er sich das alles nur eingebildet? Vielleicht war es besser, wenn er in die Schule ging, dachte er und machte sich auf den Weg.
Scheinbar hatte er doch etwas von dem Pulver abbekommen. Alles war verschwommen, und so sah die Straße anders aus als sonst. Er musste husten, als ob er Rauch eingeatmet hätte.
Endlich konnte er wieder klar sehen. Erst jetzt fiel ihm auf, dass gar keine Autos auf der Straße fuhren. Er wollte seine Schultasche holen, doch sie war nicht mehr hinter der Hecke. Die Schultasche hatte ihm einfach jemand gestohlen, und die Hecke schien ihm auf einmal viel kleiner und ungepflegter zu sein. Das kam wahrscheinlich von diesem Pulver, das er in die Augen bekommen hatte. Nun wollte er doch zur Schule, aber auf keinen Fall zu Fuß.
Das wäre ihm viel zu anstrengend gewesen. Er beschloss also, seiner Mutter zu sagen, er habe den Bus verpasst. Das war ihm schließlich schon einmal passiert, obwohl er pünktlich an der Bushaltestelle gewesen war. Er machte sich auf den Nachhauseweg. Das Pulver in den Augen tat ihm nicht gut.
Seine Augen spielten ihm einen Streich. Alles wirkte verändert. Er hätte nicht einmal sein Haus erkannt. Es sah auf einmal alt und halb eingestürzt aus. Als er hineinging, erblickte er seine Mutter, doch sie erschien ihm viel älter. Sie erklärte gerade einem etwa elfjährigen Jungen etwas über Erdkunde. Seit wann gab seine Mutter Nachhilfeunterricht? Das hatte sie ihm nie erzählt. Und wo war Toni? Wo waren die ganzen Spielsachen? Wo war Tonis Spielecke?
„Was ist los?“, fragte der fremde Junge Simon.
„Nicht ablenken lassen, Toni! Wir machen mit dem Unterrichtsstoff weiter“, mahnte seine Mutter. Hatte sie denn gerade Toni zu dem Jungen gesagt?
Simon ging in sein Zimmer, doch das war vollkommen verändert. Die Tür hing schief, alle Spielsachen waren weg, die Fenster waren zerbrochen, die Vorhänge zerrissen. Außerdem stand ein zweites Bett drinnen. Schnell eilte er in die anderen Zimmer. Das Elternzimmer sah genauso verwüstet aus.
Tonis Zimmer war ganz zerstört und unbewohnbar. Schnell lief er hinunter und frage seine Mutter: „Was ist hier los?“
„Ach Simon, ich muss es dir wohl jeden Tag neu erklären: Seit dem Krieg hat sich hier alles verändert. Als eine Bombe in der Nähe hochging, wurde unser Haus stark beschädigt. Dabei ist dir ein Balken auf den Kopf gefallen. Seit dieser Zeit leidest du unter Gedächtnisverlust. Du kannst dich nicht mehr daran erinnern. Du sagst immer, du wärst acht Jahre alt, dabei bist du achtzehn!“
„Du erkennst nicht einmal deinen eigenen Bruder“, klagte der fremde Junge, „ich bin es, Toni.“
„Nein, nein, nein. Das ist unmöglich!“, stöhnte Simon vor sich hin.
„Es ist aber so“, meinte der Junge.
So erfuhr er auch etwas über den Krieg, der drei Jahre zuvor ausgebrochen, aber zum Glück wieder vorbei war. Nur mit der zurückgebliebenen Zerstörung musste nun jeder zurecht kommen. Jeder musste es so hinnehmen, wie es im Augenblick war. Geld hatte niemand mehr, deshalb lebte jeder in Armut.
Häuser konnten nicht mehr renoviert werden. Es gab keinen Strom. Autos konnte sich keiner mehr leisten. Die Schule wurde auch zerstört, deshalb unterrichteten die Erwachsenen ihre Kinder zu Hause…
„Ich will wieder acht Jahre sein!“, wimmerte Simon vor sich hin, „Dort, wo ich zu Hause bin, wo meine Heimat noch in Ordnung ist!“
Er sah auf seine Kleider. Sie waren löchrig, schmutzig und viel zu eng. Als er in den kaputten Spiegel blickte, konnte er sich selbst nicht mehr erkennen.
Sein Gesicht sah so alt aus. War das ein Bart oder nur einige Schmutzflecken auf dem Spiegel? So genau konnte er es nicht auseinanderhalten. Eines wusste er aber mit Sicherheit: Hier konnte er es nicht länger aushalten. Alles war fremd, und er fühlte sich überhaupt nicht wohl. Solche Bilder kannte er nur aus dem Fernsehen. Was hatte denn einen Krieg ausgelöst? Das hätte er gerne gewusst, aber er bekam keine Antwort darauf.
„Vorsichtig“, rief jemand laut.
Simon hatte die Augen geschlossen und öffnete sie jetzt. Beinahe wäre er hinuntergestürzt. Er befand sich auf dem Klettergerüst, auf das er zehn Jahre zuvor geklettert war. Wenigstens war das noch heil.
„Manchmal bläst der Wind so stark, dass er den Sand bis ganz nach oben aufwirbelt“, erklärte eine Frauenstimme.
Langsam stieg er hinunter und erkannte die Dame wieder. Hatte sie ihn in diese furchtbare Zeit verbannt?
„Ich will sofort wieder ein Schulkind sein!“, rief er wütend.
„Dann solltest du wieder in die Schule gehen, anstatt zu schwänzen“, war ihre Reaktion darauf.
In die Schule zurück, war sie nicht zerstört? Schnell rannte er zur Bushaltestelle und fand auch seine Schultasche wieder. Seltsam, es fuhren Autos. Ein Bus hielt an. Rasch stieg Simon ein und direkt vor der Schule wieder aus. Ja, die Schule war noch da und alles andere auch. Hatte ihn die alte Dame in diese furchtbare Zukunft versetzt, oder war alles nur ein böser Traum…?

 

Über die Autorin:

Margit Kröll wurde am 19.11.1983 in Schwaz geboren. Sie schreibt seit ihrem zehnten Lebensjahr aus und hat bis jetzt 14 Bücher geschrieben (Bauernhofgeschichten, sowie Krimis und Romane für Kinder) – 4 davon wurden veröffentlicht. Seit 2010 konnte sie zahlreiche Geschichten und Gedichte in diversen Anthologien veröffentlichen. Seit Juni 2007 arbeitet sie als Kinderbetreuerin in einem Kinderhotel.

Sie sagt über sich selbst: „Für mich als Autorin ist es wichtig, Kontakt zu den Lesern zu haben, deshalb plane und organisiere ich Lesungen in Volks- und Mittelschulen, sowie in Büchereien. Seit Oktober 2004 habe ich über 140 Lesungen veranstaltet.“

Margit ist eines der vier Gründungsmitglieder von „Das andere Buch“.

 

Eine neue Geschichte zum Thema »anders« von Torsten Low

Torsten Low ist Autor und Verleger. Geschichten schreibt er nur noch selten, aber für »Das andere Buch« macht er gerne eine Ausnahme.

Dreamland

Unheilvoll hing der blutrote Mond am nachtschwarzen Himmel. Blitze durchzuckten die Nacht und erhellten für einen Sekundenbruchteil die Ebene. Donner grollte.
Oh nein, nicht schon wieder! Bitte nicht schon wieder!
Eric blickte sich gehetzt um. Da war die alte Hütte. Sie wirkte schlicht, einfach und verlassen, aber die Tür war massiv, die Fensterläden geschlossen und das Dach dicht.
Die Hütte würde dem, was ihn in wenigen Augenblicken erwartete, wenigstens eine Weile standhalten.
Der felsige Boden unter seinen Füßen vibrierte. Auch das kannte Eric schon, trotzdem blickte er gebannt auf den feinen Haarriss, der sich schnell zu einem fingerbreiten Spalt vergrößerte. Eine schwarze, hornige Klaue schob sich aus dem Erdinneren durch den Riss und verbreiterte ihn immer weiter. Weitere Klauen folgten, schoben und drückten den Felsen auseinander.
Erst als der dämonische Schädel mit den gebogenen Hörnern und dem metallisch glänzenden Reißzähnen aus dem Felsspalt auftauchte, konnte sich Eric losreißen. Hastig wandte er sich um und rannte auf die Hütte zu.
Düster erinnerte er sich an etwas.
Stop! Einen Schritt nach rechts!, meldete sein Gehirn – doch seine Beine bewegten sich einfach weiter. Er fühlte, wie der Boden unter ihm nachgab. Hastig warf er sich nach vorn. Seine Hände krallten sich am Boden fest. Ein Ruck ging durch seine Schultern, als sein Körper gebremst wurde. Seine Muskeln zitterten, Schweiß lief ihm über die Stirn. Fieberhaft tastete er mit seinen Füßen nach einem Vorsprung, etwas worauf er sich hätte abstützen können. Sein Blick wanderte nach unten. Der Riss, in den er hineingefallen war und an dessen Rand er sich nur mit Mühe festhalten konnte, reichte kilometerweit in die Erde hinein. Weit unter sich sah er rot glühendes Magma, welches sich brodelnd fortbewegte.
Mit einem Ächzen zog Eric sich nach oben und richtete sich auf, rannte weiter auf die Hütte zu. Wütendes Gebrüll erscholl von unten.
Stolpernd überquerte Eric die Schwelle, stieß hinter sich die Tür zu. Dann verbarrikadierte er diese mit dem aus rohen Brettern zusammengezimmerten Holztisch. Gespannt wartete er und lauschte.
Ein Schlag ließ die Hütte erzittern, dann folgte ein zweiter.
Holz splitterte.
Eric zitterte vor Angst, obwohl er genau wusste, was ihn nun erwartete.
Als das dämonische Wesen die Tür zerriss, konnte er seine Angst nicht mehr beherrschen und schrie.

Von einer Sekunde zur anderen war er wach. Kalter Schweiß stand auf seiner Stirn, sein Pyjama war feucht, seine Kehle wie ausgedörrt.
Wieso schon wieder dieser Traum?
Eric hatte aufgehört zu zählen, wie oft er im Schlaf jenen unheimlichen Ort besucht hatte. Seit Monaten schon quälte ihn dieser Nachtmahr, doch in der letzten Zeit wurden diese Träume so intensiv, dass er nachts nicht mehr einschlafen konnte. Fast jeden Morgen wachte er mittlerweile gerädert und unausgeschlafen auf.
Und tagsüber war er so sehr in seine Arbeit angebunden, dass er seit Wochen keine echte Entspannungsphase mehr hatte. Die Kopfschmerzen, die ihn seit einiger Zeit quälten, kamen sicherlich auch von dieser dauerhaften Stresssituation.
In den nächsten Tagen würde er sich unbedingt komplett durchchecken lassen.
Mit diesem Gedanken schlief er ein.

»Du musst ganz einfach die Kontrolle über deinen Traum gewinnen. Steuere ihn. Stell dich dem Dämon entgegen und zeige ihm, wer der Herr in deinen Träumen ist. Wenn du deinen Traum steuern kannst, dann werden die Albträume aufhören. Und mit genügend Schlaf werden auch deine Kopfschmerzen verschwinden. Ich weiß, wovon ich rede. Ich hatte jahrelang zu wenig Schlaf.«
Eric blickte sein Gegenüber an und holte tief Luft. Er wollte protestieren. Alles in ihm wehrte sich dagegen, gegen das Wesen mit den schwarzen Klauen antreten zu wollen.
Doch sein Gesprächspartner bestürmte ihn weiter.
»Wann hast du das letzte Mal durchgeschlafen?«
»Das letzte Mal vor gut einer Woche.«
Sein Gegenüber nickte. »Dann solltest du wirklich so schnell wie möglich probieren, deinen Albtraum in den Griff zu bekommen. Informiere dich mal bei Wikipedia übers Klarträumen.«

Der Boden unter seinen Füßen vibrierte. Eine schwarze, hornige Klaue riss den Felsen auf und verbreiterte den Riss weiter. Weitere Klauen folgten. Der Riss wurde zu einem breiten Spalt, aus dem gebogene Hörner auftauchten. Ihnen folgte ein furchterregender Schädel mit glänzenden Reißzähnen.
Ich besiege dich, pulsierte es durch Erics Gehirn. Für einen Moment hatte er das Gefühl, er könnte es schaffen. Doch dann wandte er sich um und eilte auf die Hütte zu.
Der Boden! Einen Schritt nach rechts!, signalisierte sein Gehirn. Und sein Körper reagierte.
Links neben ihm brach der Boden ein. Eric frohlockte. Er konnte es. Er beherrschte seinen Traum. Er steuerte ihn. Dies war seine Welt, erschaffen durch sein Gehirn. Er konnte alles tun, was er wollte.
Er musste es nur denken.
Oder?
Eric erinnerte sich an den Film »Matrix« und wünschte sich die endlosen Waffenregale herbei.
Nichts geschah.
Hatte er sich geirrt? Konnte er den Traum doch nicht steuern?
»Hör auf, es zu versuchen. Mach es!«, fluchte er und dachte erneut an die Waffen.
Ein lautes Rattern erklang, ähnlich wie das Geräusch eines vorbeirasenden Schnellzuges und links und rechts von ihm tauchten schwarze Wände auf, an denen unzählige Schnellfeuergewehre, Pumpguns, Pistolen und schwere MGs aufgehängt waren.
Der Dämon, der mittlerweile den Felsspalt verlassen hatte, stieß einen wütenden Schrei aus. Er schien zu ahnen, dass er seine Macht über Eric verlor. Er ließ sich auf alle Viere nieder und rannte los.
Eric griff wahllos die erstbeste Waffe und erwischte eine abgesägte doppelläufige Schrotflinte. In dem Moment, in dem der Dämon ihn fast erreicht hatte, hob Eric die Waffe und drückte ab.
Der Schädel des Dämons zerplatzte und der nunmehr kopflose Körper kippte nach hinten und schlug hart auf dem Boden auf.
Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er hob den noch qualmenden Lauf vor den Mund und pustete gespielt den Rauch weg.
»Groovy!«
Er hatte es geschafft. Er hatte seinen Traum verändert. Jetzt musste er nur noch aufwachen.
Eric drehte sich um. Vielleicht musste er die Hütte erreichen? Vielleicht war sie ein Ausstiegspunkt?
Von dem Dämonenkörper hörte er ein leises Plätschern. Die durch die Schrotflinte weggesprengten Fleischfetzen krochen zu dem Ungeheuer zurück. Stück für Stück fügte sich der Schädel wieder zusammen.
Eric griff sich eines der Sturmgewehre und legte an. Der Dämon erhob sich wieder.
»Du bist so abgrundtief hässlich!«, murmelte Eric, dann riss er den Abzug durch. Wieder wurde das Unwesen von den Füßen gerissen, aber diesmal gab sich Eric keinen Illusionen hin. Stattdessen formulierte er in Gedanken einen neuen Wunsch nach einem LKW.
»Ich komme wieder«, rief er dem Monster zu, bevor er in den aus dem Nichts erschienenen Laster einstieg. Hastig startete er den Motor, legte den Gang ein, löste die Handbremse und überfuhr den Dämon.
»Hasta la vista, Baby«, rief er aus dem Fenster, bevor er den Motor ausschaltete und ausstieg.
Dann schlendere er zu der Waffenwand zurück und griff sich einen Flammenwerfer. Eine Feuerlanze schoss heraus und steckte den leblos wirkenden Körper in Brand.
»Erledigt Alter, aus dir mach ich Hundefutter, Kumpel!«, kicherte Eric und ließ den Flammenwerfer fallen. Dann schaute er sich wieder nach der Hütte um.
Er musste sehen, dass er irgendwie aus seinem Traum herauskam. Doch als er losmarschieren wollte, wurde er am Fuß festgehalten und zu Boden gezerrt.
»Für einen Menschen – nicht übel«, knurrte der Dämon – und es klang beinahe wie der Androide Bishop aus Aliens. Seine Klauenhände tasteten über Erics Körper, seinen Hals, befühlten seinen Kopf. Umschlossen den Schädel.
Eric schrie. Er fühlte, wie der Druck auf seinen Kopf zunahm, wie die Klauen in die Kopfhaut eindrangen, den Schädelknochen durchstießen. Immer stärker wurde der Druck.
Aus seinem Schreien wurde ein verzweifeltes Kreischen.
Dann spürte Erik, wie sein Schädel nachgab und barst.

Im Laufe der Obduktion wurde Erics Schädelhöhle geöffnet.
Dabei wurde eine Wucherung, ein Hirntumor entdeckt.