Bettina Ferbus: Die erste »andere« Gastgeschichte

Seit den Anfängen von »Das andere Buch« gehören Gastbeiträge von anderen Autoren dazu. Auch in Zukunft wollen wir das beibehalten. Bettina Ferbus ist unsere erste Gastautorin in unserem neu gelaunchten Blog. Ihre Geschichte heißt: Die Mönchsgrasmücke

Bettina Ferbus, Jahrgang 1969, ist hauptberuflich Reitlehrerin in ihrer Heimatstadt Zell am See. Neben den Pferden waren Bücher immer schon ihre größte Leidenschaft. Bereits in ihrer Kindheit hat sie angefangen, nicht nur ein Buch nach dem anderen zu verschlingen, sondern auch selbst zu schreiben.
Ihre besondere Vorliebe gilt der Phantastik in all ihren Ausprägungen. So schreibt sie Kindermärchen ebenso wie Fantasy, Science Fiction und (blutigen) Horror. Ihre Kurzgeschichten und Romane sind zum Teil in gedruckter Form und zum Teil als Ebooks erschienen.
Näheres zu Bettina Ferbus gibt es auf ihrer Homepage:
www.ferbus.at/bettina

Die Mönchsgrasmücke

»Ja, Himmel! Was veranstalten die Spatzen denn heute bloß für einen Lärm!« Norbert, der Stallmeister, wandte seinen Blick zur Stalldecke.

Agnes sah ebenfalls nach oben. Mit lautem Getschilpe und Gezetere jagten fünf Spatzen einen anderen Vogel. Agnes konnte nicht erkennen um welchen es sich handelte, sah nur einen panisch hin und her flitzenden, graubraunen Schatten.

Raus, du musst raus, versuchte sie dem fremden Vogel in Gedanken zuzuflüstern. Die Stalltüren sind weit offen. Draußen lassen sie dich bestimmt in Ruhe.

Er schien ihre Gedanken zu hören, denn er hielt nun mit zunehmender Geschwindigkeit auf den Ausgang zu. Doch nein! Er flog zu hoch! Er konnte es nicht erkennen!

Agnes schloss die Augen. Dafür hörte sie das harte »Pock«, mit dem der fremde Vogel gegen das Glas des Oberlichts stieß, umso lauter. Als sie die Augen wieder aufmachte lag das Tier auf der Stallgasse, die Flügel leicht zur Seite ausgebreitet, und regte sich nicht. Agnes eilte zu ihm hin, nahm ihn in ihre Hand. Er war ganz leicht. Das Köpfchen hing schlaff herab. Die Augen waren geschlossen. Das Gefieder war graubraun, an den Flügeln und am Rücken ein wenig dunkler, am Bauch heller. Das Köpfchen zierte eine pechschwarze Kappe.

»Das wird nichts mehr«, sagte Norbert.

Doch Agnes war ganz und gar nicht seiner Ansicht. »Woher willst du das wissen?«

»Bestimmt hat er sich beim Aufprall auf der Fensterscheibe das Genick gebrochen.«

»Und wenn doch nicht?«

»Wenn du meinst, Mädel. Dann leg ihn eben draußen unter die Büsche.«

»Damit ihn die Katze frisst? Ganz sicher nicht.«

»Was willst du denn sonst machen?«

Agnes sah zu Norbert hoch. »Ich werde ihn in meiner Hand halten, bis er wieder aufwacht.« Der bärtige Stallmeister schmunzelte. Er nahm sie nicht ernst. Ehrgeiz regte sich in Agnes. Niemand nahm einen ernst, wenn man erst elf war. Aber sie würde es ihm zeigen!

Sie setzte sich nach draußen, sah den Reitern auf dem Springplatz zu. In ihrer hohlen Hand lag der Vogel – warm und leicht und weich.

Brigitte, die Reitlehrerin, spähte über ihre Schulter. »Was hast du denn da? Eine Mönchsgrasmücke. Ein seltener Vogel. Hoffentlich erholt er sich wieder.«

Damit ging sie auf den Reitplatz, um Carina Unterricht zu geben. Normalerweise beneidete Agnes Carina grenzenlos um Rico. Der weiße Reitponywallach schien alles von selbst zu machen und war außerdem unglaublich hübsch. Doch heute achtete sie kaum darauf, wie Carina ein Hindernis nach dem anderen nahm. Mönchsgrasmücke. Sie hatte einen Namen zu dem Vogel. Und selten war er. Gut, auch von Spatzen hieß es, dass sie immer seltener wurden, aber davon merkte man hier im Stall nichts. Hier waren die Spatzen allgegenwärtig und unglaublich frech. Kamikazespatzen, nannte Brigitte sie manchmal und behauptete, sie würden so nahe an ihrem Gesicht vorbeifliegen, dass sie den Luftzug auf der Nase spüren konnte.

Und sie hatten die Mönchsgrasmücke gejagt, hatten den fremden Vogel nicht in ihrem Revier geduldet. Mit dem Daumen strich Agnes über das befiederte Köpfchen. Die Augen waren noch immer geschlossen, aber wenn man genau hinsah, konnte man erkennen, wie sich der Brustkorb hob und senkte. Agnes hoffte so, dass sich das Tier wieder erholte. Sie wusste, wie es war, wenn man gejagt wurde, weil man nicht dazugehörte. In der Schule erging es ihr auch nicht anders als der Mönchsgrasmücke mit den Spatzen. Sie wurde verspottet, ihre Schulbücher landeten regelmäßig im Dreck und sie hatte sich angewöhnt, ihren Sessel stets auf Kaugummi und Klebstoff zu untersuchen, bevor sie sich hinsetzte.

Dabei hinkte sie kaum noch. Die letzte Operation war gut verlaufen. Agnes konnte jetzt fast normal gehen und laufen und brauchte zwar noch Spezialschuhe, aber keine Schiene mehr. Seit Michael »Michi« Berger, einer ihrer Klassenkameraden, jedoch ein Gespräch ihrer Mutter mit der Direktorin belauscht hatte, wusste die ganze Schule, dass sie mit einem Klumpfuß auf die Welt gekommen war.

»Hinkebein«, war noch die harmloseste Bezeichnung, mit der ihre Mitschüler sie bedachten. Agnes wurde gemieden, als ob so ein Klumpfuß eine ansteckende Krankheit und nicht bloß eine angeborene Fehlstellung sei. Wenigstens war es hier im Stall anders. Hier wurde Agnes geschätzt, weil sie so viel Geduld mit den Pferden hatte. Und Brigitte ging zwar in ihren Stunden auf Agnes’ Probleme ein, schenkte ihnen aber genauso viel – oder wenig – Beachtung wie den hochgezogenen Fersen von Chiara oder den unruhigen Händen von Paula. Vielleicht weil Brigitte jede Menge Erfahrung mit besonderen Schwierigkeiten beim Reiten hatte. Dienstags und samstags gab sie schließlich sogar Reit- und Voltigierunterricht ausschließlich für Behinderte. Nicht, dass Agnes so eine Spezialbehandlung nötig gehabt hätte. Sie hielt ohne Weiteres bei den ganz normalen Reitstunden mit.

 

Plötzlich spürte sie, wie der Vogel sich regte. Er rollte sich auf den Bauch. Agnes konnte die winzigen Krallen auf ihrer Handfläche spüren. Nun hatte er die Augen offen, auch wenn er noch schwankte und zitterte und sichtliche Mühe hatte, sein Gleichgewicht zu halten. Auch sein Köpfchen sank immer wieder zur Seite, oder nach vorne, so als wäre es zu schwer für den Hals.

Agnes wagte kaum zu atmen. Bloß jetzt das Tierchen nicht erschrecken. Es hatte sich noch nicht ausreichend erholt, um wegfliegen zu können. Die Mönchsgrasmücke blinzelte. Agnes fühlte den Blick aus den schwarzen Augen auf sich ruhen. Nein, das bildete sie sich ein. Auf ihrer Hand saß nur ein Tier, für das sie wahrscheinlich nicht mehr als ein sich bewegender Berg war.

»Was hast du da?« Carina hatte Rico an der Begrenzung des Springplatzes angehalten und spähte neugierig von ihrem Pony herunter.

Unwillkürlich hielt Agnes ihre Hand schützend über den kleinen Vogel. »Eine Mönchsgrasmücke«, flüsterte sie, denn sie hatte Angst, dass eine laute, menschliche Stimme das Vögelchen erschrecken könnte.

»Was ist das denn?« Carina beugte sich vor, um besser sehen zu können. Ihr Schatten fiel auf Agnes und durch die Finger hindurch auch auf die Mönchsgrasmücke.

Der Vogel in Agnes’ Hand regte sich. Zuerst schien er sich noch mehr zusammenzukauern, doch dann spürte sie, wie er die Flügel bewegte. Sollte sie ihn festhalten, oder würde ihn das nur noch mehr verstören? Zu spät. Schon war er durch einen Spalt zwischen ihren Fingern geschlüpft, und ehe Agnes es sich versah, war er fortgeflogen und zwischen den dichten Bäumen am Rand des Reitplatzes verschwunden.

 

Lange noch sah Agnes ihm nach und am Abend suchte sie im Internet nach Informationen. Mönchsgrasmücken schienen nicht ganz so selten zu sein, wie Brigitte gemeint hatte. Sie wurden als die achthäufigste Brutvogelart in Deutschland angesehen. Aber durch ihre heimliche Lebensweise bekam man sie eben nicht so häufig zu Gesicht. Sie ernährten sich hauptsächlich von Insekten und Spinnen, fraßen aber auch Beeren. Nach der Beschreibung im Internet war das Tier im Stall ein erwachsenes Männchen gewesen, denn die Weibchen und die Jungvögel hatten eine rotbraune Kappe.

Außerdem stand dort, dass die Mönchsgrasmücke von allen Grasmücken die vielseitigste sei. Sie fände sich gelegentlich sogar in den Parkanlagen von Großstädten. Zuerst wusste sie mit dem Begriff monogame Saisonehe nichts anzufangen. Doch als sie weiter las, wurde ihr klar, dass die Vögel eine Brutsaison zusammenblieben, um gemeinsam die Jungen großzuziehen. Häufig trafen sich jedes Jahr dieselben Tiere wieder, wenn sie aus dem Winterquartier zurückkamen. Irgendwie eine romantische Vorstellung. Fand zumindest Agnes.

Vielleicht lag es an den vielen Stunden, die sie über den Vogel gegrübelt hatte, dass sie auch am nächsten Morgen noch an ihn dachte. Hatte sie nicht sogar von ihm geträumt? Während sie im Halbschlaf ihr Müsli löffelte, versuchte sie sich zu erinnern. Verschwommen tauchten Bilder vor ihrem inneren Auge auf. Der Vogel, beinahe so groß wie sie selbst. Eine Landschaft, die nur aus Wolken bestand. Sie fühlte wieder ihre Verwunderung, als der Vogel zu sprechen anfing. Der Schnabel bewegte sich leicht, aber die Stimme schien von überall zu kommen. »Gerettet hast du mich und mein Ei. Darum hast du drei Wünsche frei.«

 

Ihr war, als würde sie diesen Satz auch jetzt noch hören, als würde er in ihrem Kopf widerhallen. Na toll! Ein Ohrwurm, den sie aus einem nächtlichen Traum mitgebracht hatte. Sie schüttelte den Kopf, kratzte den letzten Rest Müsli aus der Schüssel und schnappte sich ihre Schultasche. Das Erlebnis mit dem Vogel hatte ihr für eine Weile ein Hochgefühl verschafft, aber jetzt musste sie sich wieder dem Alltag stellen.

Vielleicht gelang es ihr, sich in die Klasse zu stehlen, ohne von Michi bemerkt zu werden? Sie hoffte vergebens. Er entdeckte sie bereits im Schulhof.

»Ja, wen haben wir denn da? Ist das nicht die Agnes?« Er vertrat ihr den Weg. »Heißt du wirklich noch Agnes? Oder hast du dich inzwischen schon umtaufen lassen? Ich meine, wer heißt heutzutage denn schon Agnes? Das ist doch fast so schlimm wie Walburga oder Edeltraud.«

Michi machte einen Schritt auf sie zu. Agnes wich zurück. Sie musste an die Mönchsgrasmücke denken. Wie sie sich geduckt hatte, als Carinas Schatten auf sie gefallen war. Was wünschte sie sich jetzt einen Beschützer, der auf sie aufpasste, so wie sie es mit der Mönchsgrasmücke gemacht hatte.

Michi machte einen weiteren Schritt. Agnes drehte sich um und rannte. Bloß kam sie nicht weit. Sie prallte gegen etwas Festes und doch ein wenig Nachgiebiges. Im nächsten Augenblick saß sie auf ihrem Hinterteil. War das peinlich! Wahrscheinlich hatte die halbe Schule diese tolle Aktion gesehen. Ihr Gesicht fühlte sich glühend heiß an. Sicherlich war es knallrot. Manchmal, wenn es ganz schlimm war, hatte sie auch noch weiße Flecken auf den Wangen. Michi nannte das immer ihre Radieschenfarbe.

»Alles in Ordnung?« Eine hohe Gestalt beugte sich über sie. Agnes blinzelte. Sie kannte den Jungen mit dem runden Gesicht und den dunklen Locken nicht.

»Natürlich ist sie in Ordnung. Soweit man das in ihrem Zustand sein kann.« Michi lachte gehässig.

Der fremde Junge sah hoch.

»Du musst der Neue aus der 2c sein.« Michi musterte ihn abschätzig.

»Ja, ich bin Jochen Albers. Bin seit einer Woche in der Stadt.« Dann sah er jedoch kurz zu Agnes, nur um einen Lidschlag später wieder zu Michi zu blicken. »Aber was meinst du mit in ihrem Zustand?«

»Ich habe einen Klumpfuß«, schaltete sich nun Agnes ein, um Michi keine Gelegenheit zu lassen, weitere Gemeinheiten von sich zu geben. »Beziehungsweise ich hatte einen. Durch die Operationen sieht man jetzt fast gar nichts mehr.«

»Das ist doch super.« Jochen hielt ihr die Hand hin.

Agnes stand ohne seine Hilfe auf. Wer konnte schon wissen, welche Heimtücke sich hinter dieser scheinbar freundlichen Handlung versteckte? Vielleicht ließ er sie gleich noch einmal stolpern und hinfallen, sodass sie in der Regenpfütze landete, die sich keinen Meter entfernt im Gras gebildet hatte? Das konnte sie sich wirklich ersparen. Es reichte, dass ihre Hose nun Flecken hatte, sie musste nicht auch noch nass werden.

Michi war die Pfütze nicht entgangen. Sie sah es an seinem Blick und an seinem boshaften Grinsen. Sie versuchte Abstand zwischen sich und die Pfütze zu bringen.

»Wo willst du denn hin?« Ein boshafter Unterton schwang in Michis Stimme mit. »Hast du etwa heute schon gebadet? So wie du aussiehst, wohl eher nicht.«

Agnes sah sich nach einem Fluchtweg um. Aber auf der einen Seite war die Schulmauer, auf der anderen stand Jochen und die verbleibende Lücke wurde durch eine immer größer werdende neugierige Menge ausgefüllt.

Michi kam näher. Schon streckte er die Hand nach ihrem Arm aus. Agnes’ Herzschlag beschleunigte sich. Schweiß löste sich widerlich und kalt aus ihren Achselhöhlen und floss Tröpfchen für Tröpfchen ihre Rippen entlang.

Michis siegessicheres Grinsen verursachte ihr eine Gänsehaut. Sie wollte etwas sagen. Schreien. Aber ihr Mund war so trocken, dass sie kein einziges Wort herausbrachte. Sie vermochte sich nicht einmal mehr zu bewegen. Ihre Beine fühlten sich weit entfernt an. Als würden sie gar nicht zu ihr gehören.

»Lass sie in Ruhe!« Eine schwere Hand hatte sich auf Michis Schulter gelegt.

Er schüttelte sie energisch ab. »Halt du dich da raus. Das geht dich nichts an.«

»Wie kommst du darauf?«

»Na, weil es dich eben nichts angeht.«

Jochen packte Michi, der wieder versuchte nach Agnes zu fassen, am Arm. »Ich bin durchaus der Ansicht, dass mich das, was du hier direkt unter meiner Nase machst, etwas angeht.«

»Dann geh doch weg!« Michi wollte seinen Arm mit einer ruckartigen Bewegung befreien, aber Jochen war stärker.

»Nein, das werde ich nicht und ich werde auch nicht wegsehen. Wenn du etwas von ihr willst, dann musst du zuerst an mir vorbei.«

Michi musterte Jochen. Er versuchte sein Gesicht ausdruckslos zu halten, es gelang ihm jedoch nicht, das eine oder andere Zucken um die Mundwinkel zu verhindern. Agnes meinte seine Gedanken so deutlich lesen zu können, als stünden sie in einem Buch geschrieben. Er fragte sich, ob er gegen Jochen eine Chance hatte. Doch Jochen war größer und breiter. Das kleine Bäuchlein, das über den Bund seiner Hose quoll, konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass seine Arme muskelbepackt waren.

Michi machte einen Schritt zurück. Jochen ließ ihn los. Sofort richtete sich Michi auf. Ein überheblicher Ausdruck erschien auf seinem Gesicht. »Dann will ich mal dem jungen Liebesglück nicht im Weg stehen.« Die Worte klangen gehässig und er spuckte sie Jochen und Agnes regelrecht vor die Füße. Die Umstehenden lachten.

Dann ging Michi. Ja, er stolzierte regelrecht davon, als ob er mit seiner Haltung über die eben erlittene Niederlage hinwegtäuschen könnte. Die Umstehenden kicherten und tuschelten. Doch Agnes verstand kein einziges Wort. Sie wusste nicht, wer der Mittelpunkt der allgemeinen Gehässigkeit war. Michi, weil er diesmal den Kürzeren gezogen hatte, Jochen, weil er sich eingemischt hatte, oder sie selbst. Es interessierte sie auch gar nicht. Sie wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden.

»Soll ich dich zu deiner Klasse begleiten?«

Zuerst wollte Agnes ablehnen. Sie war bisher alleine zurecht gekommen und würde es auch in Zukunft schaffen. Aber gar so glücklich war sie dabei nicht gewesen. Warum es also nicht mal mit Gesellschaft versuchen?

»Gerne.« Sie nahm sich ihre Schultasche, die sie bei ihrer Flucht hatte zu Boden fallen lassen, und ging mit Jochen Richtung Klassenräume. Niemand belästigte sie. Niemand verspottete sie. Keiner rempelte sie an. Eigentlich war es sehr angenehm, den großen Jungen an ihrer Seite zu haben. Welche Begründung konnte sie sich wohl einfallen lassen, sich öfters mit ihm zu treffen?

»Weißt du zufällig, wo man hier ein Pferd einstellen kann?«

Agnes starrte Jochen verblüfft an.

»Kein Problem. Ich werde es schon selbst herausfinden. Weißt du, mein Großvater züchtet Schwarzwälder Füchse und vor zwei Jahren hat er mir einen geschenkt. Eigentlich wollte ich ihn bei Opa lassen und nur in den Ferien besuchen, aber ich vermisse ihn schon jetzt. Also dachte ich mir, ich schaue mich mal um, wo ich ihn hier in der Nähe unterbringen kann.«

Agnes kannte die schweren, schokoladebraunen Pferde mit den flachsfarbenen oder manchmal sogar ganz weißen Mähnen bisher nur von Fotos. Zu gerne hätte sie einen in Wirklichkeit gesehen. Dass Jochen eines dieser Pferde besaß, war einfach … unglaublich!

»Tut mir leid, falls ich dich nerve. Es können schließlich nicht alle Mädchen pferdebegeistert sein.«

»Du nervst überhaupt nicht«, beeilte sich Agnes zu versichern. »Ich mag Pferde und reite auch regelmäßig.« Sie atmete tief durch, weil das alles einfach zu toll war, um wahr zu sein. Aber Jochen stand immer noch vor ihr und er sah sie auch immer noch erwartungsvoll an. Also fügte sie hinzu: »Und bei uns im Stall sind auch noch Boxen frei.«

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.