Nominiert für den deutschen Phantastik Preis 2016

phantasikpreis2016Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr wieder eines der Bücher aus dem Verlag unseres Gründungsmitglieds Torsten Low für den Deutschen Phantastikpreis 2016 nominiert ist.
Oliver Plaschkas Kurzgeschichtenband »Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt« hat es sowohl in der Kategorie »Beste Anthologie« als auch in der Kategorie »Beste Kurzgeschichte« (für die Kurzgeschichte »Das öde Land«) unter die besten fünf geschafft.

Der rührige Kleinverleger wurde bereits das achte Jahr in Folge in der Kategorie »Beste Anthologie« nominiert und gewann diesen Preis 2011 mit den »Geschichten unter den Weltenbaum«. Auch in der Kategorie »Beste Kurzgeschichte« hatte Torsten schon zweimal Erfolg: 2011 gewann die Geschichte »Das Herz des Jägers«, 2015 die Geschichte »Der letzte Gast« (beide von den AutorInnen Vanessa Kaiser & Thomas Lohwasser).

Wir gratulieren zur Nominierung und drücken die Daumen.
Abgestimmt werden kann über die Webseite http://deutscher-phantastik-preis.de/

Schwerpunkt „Flucht“ auf „Die andere Buchmesse Vol. 7“

Damit es nie langweilig wird, machen wir immer etwas Neues auf unserer Buchmesse, die nicht nur aus Lesungen besteht.

IMG_9300Unsere Planung lief ausschließlich über das Internet. Nur am Vorabend der Buchmesse haben wir uns getroffen und die Einzelheiten abgesprochen. Dieses Mal haben wir uns mit Bastelarbeiten für das Kinderprogramm beschäftigt und hatten sehr viel Spaß.

IMG_9328Die Buchmesse fand diesmal im Festsaal Döbling statt. Der Raum war mit Bestuhlung, Bühne und Nebenraum mit Toiletten bestens für die Buchmesse geeignet. Unser Büchertisch durfte dabei natürlich nicht fehlen.

IMG_9372Extra für „Die andere Buchmesse“ hat Nicole Engbers das Theaterstück „Die Prinzessin auf der Erbse“ in moderner Form geschrieben. Das Stück feierte also gleichzeitig Premiere und kam beim Publikum sehr gut an.

IMG_9387Für die Kinder gab es einen zweiten Programmpunkt. Margit Kröll verzauberte mit ihren Tricks nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen.

 

IMG_9434Nachdem wir diesmal schon zur Mittagszeit mit dem Programm starteten, gab es diesmal sogar zwei verschiedene Suppen. Kaffee und Kuchen durfte natürlich auch nicht fehlen.

IMG_9424Unser Schülerprojekt über das Thema „Flucht“ war ein totaler Erfolg. Sechs Schüler präsentieren hierbei ihre Texte, die später in einem Ebook erscheinen werden. Der Erlös des Buches kommt Flüchtlingen zugute. Vielen Dank an die Lehrerin, die sofort begeistert von unserem Projekt war und ihre Schüler zum Schreiben animiert hat. Die Schüler bekamen für ihren Einsatz ein „Autoren-Überlebns-Set“ geschenkt, bestehend aus einem Notizblock, einem Stift, einer DaB-Antoholgie zur Inspiration, sowie einen Müsliriegel für den Energieschub.

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Auch neu in unserem Programm war das Kinderschminken. Margit Kröll hat viel Erfahrung damit, denn sie arbeitet im Kinderhotel, wo sie fast jede Woche viele Kinder schminkt.

 

 

IMG_9441Nicht nur Neues gab es, sondern auch Altes. Es ist immer schön, alte Bekannte zu sehen, die uns bei jeder Buchmesse besuchen. Vielen Dank an dieser Stelle, an alle (auch die, die nicht auf den Fotos sind), die uns so treu sind.

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Zum Schluss stellte Torsten Low noch Bücher aus seinem Verlag vor und beendete somit die Buchmesse.

 

 

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Das Team von „Das andere Buch“ :

Nicole Engbers, Torsten Low, Tina Low, Margit Kröll (und ganz vorne Emily Low)

Antolin – mit Lesen punkten

„Sind deine Bücher schon bei Anolin?“ Das wurde Margit Kröll schon öfters gefragt. Aus diesem Grund hat sie sich die Homepage angeschaut:

Was ist Antolin?
Optimale Leseförderung in der Grundschule und in der Sekundarstufe
Antolin …

  • ist ein innovatives Online-Portal zur Leseförderung von Klasse 1 bis 10.
  • bietet Quizfragen zu Kinder- und Jugendbüchern, die die Schüler/-innen online beantworten können.
  • fördert die Schüler/-innen auf ihrem Weg zum eigenständigen Lesen und in der Entwicklung der eigenen Leseidentität.
  • eignet sich zur sinnvollen Differenzierung.
  • verbindet das Lernen in der Schule mit dem Lesen am Nachmittag.
  • bietet Lehrkräften aussagekräftige Informationen zum Textverständnis und zur Leseleistung ihrer Schüler/-innen.

Quelle: Antolin

 

Mit Antolin können Schulkinder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Punkte sammeln.
Margit hat nun auch ihre Bücher eingetragen, denn so ist der Anreiz größer, die Bücher zu lesen.

Seit heute können bei allen vier Büchern von Margit Fragen beantwortet werden.

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Unsere Mitglieder sind Preis(e) wert

 Wir wussten es schon immer – unsere Mitglieder sind Preise wert.
Der Verlag unseres Gründungsmitgliedes Torsten Low wurde erneut – zum 7. Mal in Folge – für den Deutschen Phantastik-Preis nominiert.
Und am 18.10.2015 war es dann soweit. Die Preisträger 2015 wurden im Bürgerhaus Dreieich auf dem Buchmesse-Con, dem wichtigsten Buchevent für phantastische Literatur, verkündet.

dunkleStundenDer Platz 1 in der Kategorie »Beste Kurzgeschichte« geht an das Autorenpaar Vanessa Kaiser & Thomas Lohwasser für ihre Geschichte »Der letzte Gast«, die in der Anthologie »Dunkle Stunden« aus dem Verlag Torsten Low erschienen ist. Die Geschichte um einen unheimlichen Herbergsgast, um Schuld und um Sühne konnte die meisten Stimmen auf sich vereinen.
Kleines Detail am Rande: Vor genau 4 Jahren stand das Paar schon mal auf der Bühne, damals für die Geschichte »Das Herz des Jägers« aus der Anthologie »Geschichten unter dem Weltenbaum« (ebenfalls aus Torstens Verlag).

DampfmaschinenAuch der 4. Platz für die »Beste Kurzgeschichte« geht an ein Paar aus dem Verlag Torsten Low: Philipp Bobrowski & Claudia Toman haben mit »Sea« eine begeisternde Steampunkgeschichte für die Anthologie »Dampfmaschinen und rauchende Colts« abgeliefert.

Und auch beide Anthologien waren nominiert. So kamen die »Dampfmaschinen und rauchende Colts« auf den 5., die »Dunklen Stunden« auf den 4. Platz.
Das Team von Das andere Buch gratuliert allen Gewinnern und ganz besonders natürlich Torsten und seinen Autoren.

http://www.deutscher-phantastik-preis.de/

Das Rumpelstilzchen – wie es wirklich war…

Doppelte Premiere für unsere Freunde vom Kindertheater „Die Rumpelkiste e.V.“

Viele kennen das Kindertheater „Die Rumpelkiste e.V.“ ja bereits von den Auftritten bei den „anderen Buchmessen“ in Wien und Tirol. Letzten Sonntag feierte das Ensemble gleich zwei Premieren: So wurde nicht nur das Stück „Das Rumpelstilzchen – wie es wirklich war…“ von Michael Blihall uraufgeführt, sondern auch zum ersten Mal abseits der Buchmesse eine Vorstellung gewagt.

Über das Stück:

Das Rumpelstilzchen ist schrecklich verliebt in die Müllerstochter! Kein Wunder, dass er für sie sogar Stroh zu Gold spinnt, auch wenn seine Mutter davon so gar nicht begeistert ist. Und die Müllerstochter? Die nutzt das kleine, gutmütige Männchen nur aus. Doch auch einem Rumpelstilzchen platzt irgendwann der Kragen…

Womit das Ensemble selbst nicht gerechnet hätte: Der Festsaal des Bezirksamtes Wien-Döbling war bereits Tage vor der Aufführung restlos ausverkauft. Wir von „das andere Buch“ freuen uns sehr mit den Schauspielern, durften wir doch die Entstehung des Kindertheaters von den ersten Schritte auf der Bühne bis zur erfolgreichen Rumpelstilzchen-Premiere hautnah mitverfolgen.

Wer die Vorstellung verpasst hat, hat im Dezember eine zweite Chance, Rumpelstilzchens Abenteuer zu sehen: Am 13. Dezember 2015 wird das Stück erneut im Bezirksamt Döbling, Gatterburggasse 14, 1190 Wien aufgeführt.

Hier ein kleiner Vorgeschmack:

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Das Kindertheater passt mit seinem besonderen und somit „anderen“ Konzept sehr gut zum „anderen Buch“. So stellt „Die Rumpelkiste“ mit einfachsten Mitteln Theaterstücke auf die Beine, die ohne große Mühe an fast jedem Ort aufgeführt werden können. Nach und nach soll ein Repertoire mit eigenen und fremden Stücken, bekannten Märchen sowie unbekannten Geschichten aufgebaut werden.

Übrigens: Man kann das Ensemble auch für Veranstaltungen buchen. Ob ein fertig inszeniertes Stück aus dem bestehenden Repertoire, oder etwas Maßgeschneidertes für das jeweilige Event – die Schauspieler sind zu jeder Schandtat bereit.

Mehr Infos über die Rumpelkiste gibt es auf:
Fackebook

Kartenreservierung:
Hier klicken

Zerbricht eine Ehe, wenn der Partner betrügt? Im Buch »Frauenschuh« steht eine Ehe auf dem Spiel, die 15 Jahre glücklich schien.

FrauenschuhInge Kleinschmidt greift ein ungewöhnliches, ja vielleicht sogar ein Tabuthema auf. Liebe zu dritt, offene Ehe. Ein Konzept, das viele Menschen ausleben, oft heimlich. Selbst einst Betreiberin eines Schuhgeschäftes, verarbeitet die Autorin ihre Begegnungen und Erfahrungen mit vielseitigen Käuferinnen und besticht dabei mit Liebe zum Detail, wenn es um die Schuhe geht, die sich die Kundinnen auserwählen. Ihr eigenes Studium der Literaturwissenschaft spiegelt sich im angenehmen Schreibstil und der Gestaltung der Figuren.

148 Seiten Taschenbuch
Erschienen im Verlag Schardt

gebundener Ladenpreis 10,00 Euro (plus Porto und Verpackung).
ISBN 978-3898416177

Bestellen per EMail bei mailto:\\torsten.low@verlag-torsten-low.de

Silke Alagöz: Autorin und Verlegerin

SilkeSilke Alagöz wurde 1982 in Idar-Oberstein geboren und ist seit 2010 Schriftstellerin und Verlegerin in ihrem Phantastik-Verlag Samhain & Beltane.

Nach ihrem Belletristikstudium bei der Schule des Schreibens hat sie mehrere Erzählungen und Kurzgeschichten veröffentlicht, welche in diversen Anthologien zu finden sind. Hinzu kommen drei phantastische Romane sowie ein Kinderbuch. Seit 2014 ist sie zudem Mitherausgeberin der Fantasy-Anthologie »Die Götter des Imperiums« im Verlag Torsten Low.

Zur Zeit macht sie eine Lektoren-Ausbildung bei der Skript Akademie Drehbuch.

Silke Alagöz ist glücklich verlobt und lebt mit Tochter, Katze, Hamster und zwei Kaninchen in der Nähe von Idar-Oberstein, ist Mitglied bei der Autorengruppe Nahe und verbringt ihre freie Zeit am liebsten mit spannenden Fantasyromanen, ihren Tieren sowie Spaziergängen in der freien Natur.

Romane
Fantasy-Roman „Maylea – Seherin des Jenseits“ (Verlag Samhain & Beltane), 2010
Phantastik-Roman „Keltenblut“ (Verlag Samhain & Beltane), 2011
Phantastik-Roman „Bosselstein – Ein Flüstern aus der Vergangenheit“ (Verlag Samhain & Beltane), 2014

Herausgabe von Anthologien
Mitherausgabe der Phantastik-Anthologie „Die Götter des Imperiums“ (Verlag Torsten Low), 2014

Kinderbücher
„Ceylan & Luana – Der tobende Feuerdrache“ (Verlag Samhain & Beltane), 2011

Erzählungen
„Vom Schicksal eines Unversöhnlichen“, Webseite der Schule des Schreibens, 2009
„Magische Nacht“, achte Anthologie der Autorengruppe Nahe „Gelebtes und Erdachtes“ (Pandion Verlag), 2009
„Lichtblicke“, erste Anthologie von Das andere Buch „Die andere Geschichte – Lesereisen, die aus dem Rahmen fallen“ (Edition DAB, Co-Verlag: Verlag Torsten Low), 2011
„Ein Urlaub in der Telefonzelle“, zweite Anthologie von Das andere Buch „Die andere Geschichte, Vol. 2 – Neue Lesereisen, die aus dem Rahmen fallen“ (Edition DAB, Co-Verlag: Verlag Torsten Low), 2012
„Mondfee“, zweite Anthologie von Das andere Buch „Die andere Geschichte, Vol. 2 – Neue Lesereisen, die aus dem Rahmen fallen“ (Edition DAB, Co-Verlag: Verlag Torsten Low), 2012
„Die Ewige Geliebte“, Anthologie „Die Götter des Imperiums“ (Verlag Torsten Low), 2014
„Der Schwarze Tod“, Webseite von Das andere Buch, 2014

Kurzgeschichten
„Neles Geist“, Heimatkalender des Landkreises Birkenfeld ´10, 2009
„Begegnung im Unterholz 1 & 2“, Themenheft „Ein-Sichten / Zwei-Sichten“ der Autorengruppe Nahe, 2010
„Abschied für immer“, neunte Anthologie der Autorengruppe Nahe „WortZeitWege“ anlässlich des 40. Jubiläums (Pandion Verlag), 2012
„Das Küchenfiasko“, erste Anthologie „Lustige Alltagssituationen“ der saarländischen Buchmesse HomBuch (Ulrich Burger Verlag), 2014

Ein eBook zugunsten von Flüchtlingen

Mit Worten gegen den Wahnsinn: Ein eBook für Flüchtlinge.
Worte können zum Lachen bringen, inspirieren, oder in fremde Universen führen. Sie können zum Nachdenken anregen, Kraft verströmen und wach rütteln. Die Aktion „eBook für Flüchtlinge“ will das alles nutzen, um Botschaften in die Welt zu tragen und gleichzeitig Spenden zu sammeln. Wir unterstützen diese Aktion sehr gerne, denn der gesamte Erlös wird gespendet! Wenn auch ihr mit euren Texten Flüchtlinge unterstützen wollt, folgt einfach diesem Link:

Eine neue Geschichte zum Thema »anders« von Torsten Low

Torsten Low ist Autor und Verleger. Geschichten schreibt er nur noch selten, aber für »Das andere Buch« macht er gerne eine Ausnahme.

Dreamland

Unheilvoll hing der blutrote Mond am nachtschwarzen Himmel. Blitze durchzuckten die Nacht und erhellten für einen Sekundenbruchteil die Ebene. Donner grollte.
Oh nein, nicht schon wieder! Bitte nicht schon wieder!
Eric blickte sich gehetzt um. Da war die alte Hütte. Sie wirkte schlicht, einfach und verlassen, aber die Tür war massiv, die Fensterläden geschlossen und das Dach dicht.
Die Hütte würde dem, was ihn in wenigen Augenblicken erwartete, wenigstens eine Weile standhalten.
Der felsige Boden unter seinen Füßen vibrierte. Auch das kannte Eric schon, trotzdem blickte er gebannt auf den feinen Haarriss, der sich schnell zu einem fingerbreiten Spalt vergrößerte. Eine schwarze, hornige Klaue schob sich aus dem Erdinneren durch den Riss und verbreiterte ihn immer weiter. Weitere Klauen folgten, schoben und drückten den Felsen auseinander.
Erst als der dämonische Schädel mit den gebogenen Hörnern und dem metallisch glänzenden Reißzähnen aus dem Felsspalt auftauchte, konnte sich Eric losreißen. Hastig wandte er sich um und rannte auf die Hütte zu.
Düster erinnerte er sich an etwas.
Stop! Einen Schritt nach rechts!, meldete sein Gehirn – doch seine Beine bewegten sich einfach weiter. Er fühlte, wie der Boden unter ihm nachgab. Hastig warf er sich nach vorn. Seine Hände krallten sich am Boden fest. Ein Ruck ging durch seine Schultern, als sein Körper gebremst wurde. Seine Muskeln zitterten, Schweiß lief ihm über die Stirn. Fieberhaft tastete er mit seinen Füßen nach einem Vorsprung, etwas worauf er sich hätte abstützen können. Sein Blick wanderte nach unten. Der Riss, in den er hineingefallen war und an dessen Rand er sich nur mit Mühe festhalten konnte, reichte kilometerweit in die Erde hinein. Weit unter sich sah er rot glühendes Magma, welches sich brodelnd fortbewegte.
Mit einem Ächzen zog Eric sich nach oben und richtete sich auf, rannte weiter auf die Hütte zu. Wütendes Gebrüll erscholl von unten.
Stolpernd überquerte Eric die Schwelle, stieß hinter sich die Tür zu. Dann verbarrikadierte er diese mit dem aus rohen Brettern zusammengezimmerten Holztisch. Gespannt wartete er und lauschte.
Ein Schlag ließ die Hütte erzittern, dann folgte ein zweiter.
Holz splitterte.
Eric zitterte vor Angst, obwohl er genau wusste, was ihn nun erwartete.
Als das dämonische Wesen die Tür zerriss, konnte er seine Angst nicht mehr beherrschen und schrie.

Von einer Sekunde zur anderen war er wach. Kalter Schweiß stand auf seiner Stirn, sein Pyjama war feucht, seine Kehle wie ausgedörrt.
Wieso schon wieder dieser Traum?
Eric hatte aufgehört zu zählen, wie oft er im Schlaf jenen unheimlichen Ort besucht hatte. Seit Monaten schon quälte ihn dieser Nachtmahr, doch in der letzten Zeit wurden diese Träume so intensiv, dass er nachts nicht mehr einschlafen konnte. Fast jeden Morgen wachte er mittlerweile gerädert und unausgeschlafen auf.
Und tagsüber war er so sehr in seine Arbeit angebunden, dass er seit Wochen keine echte Entspannungsphase mehr hatte. Die Kopfschmerzen, die ihn seit einiger Zeit quälten, kamen sicherlich auch von dieser dauerhaften Stresssituation.
In den nächsten Tagen würde er sich unbedingt komplett durchchecken lassen.
Mit diesem Gedanken schlief er ein.

»Du musst ganz einfach die Kontrolle über deinen Traum gewinnen. Steuere ihn. Stell dich dem Dämon entgegen und zeige ihm, wer der Herr in deinen Träumen ist. Wenn du deinen Traum steuern kannst, dann werden die Albträume aufhören. Und mit genügend Schlaf werden auch deine Kopfschmerzen verschwinden. Ich weiß, wovon ich rede. Ich hatte jahrelang zu wenig Schlaf.«
Eric blickte sein Gegenüber an und holte tief Luft. Er wollte protestieren. Alles in ihm wehrte sich dagegen, gegen das Wesen mit den schwarzen Klauen antreten zu wollen.
Doch sein Gesprächspartner bestürmte ihn weiter.
»Wann hast du das letzte Mal durchgeschlafen?«
»Das letzte Mal vor gut einer Woche.«
Sein Gegenüber nickte. »Dann solltest du wirklich so schnell wie möglich probieren, deinen Albtraum in den Griff zu bekommen. Informiere dich mal bei Wikipedia übers Klarträumen.«

Der Boden unter seinen Füßen vibrierte. Eine schwarze, hornige Klaue riss den Felsen auf und verbreiterte den Riss weiter. Weitere Klauen folgten. Der Riss wurde zu einem breiten Spalt, aus dem gebogene Hörner auftauchten. Ihnen folgte ein furchterregender Schädel mit glänzenden Reißzähnen.
Ich besiege dich, pulsierte es durch Erics Gehirn. Für einen Moment hatte er das Gefühl, er könnte es schaffen. Doch dann wandte er sich um und eilte auf die Hütte zu.
Der Boden! Einen Schritt nach rechts!, signalisierte sein Gehirn. Und sein Körper reagierte.
Links neben ihm brach der Boden ein. Eric frohlockte. Er konnte es. Er beherrschte seinen Traum. Er steuerte ihn. Dies war seine Welt, erschaffen durch sein Gehirn. Er konnte alles tun, was er wollte.
Er musste es nur denken.
Oder?
Eric erinnerte sich an den Film »Matrix« und wünschte sich die endlosen Waffenregale herbei.
Nichts geschah.
Hatte er sich geirrt? Konnte er den Traum doch nicht steuern?
»Hör auf, es zu versuchen. Mach es!«, fluchte er und dachte erneut an die Waffen.
Ein lautes Rattern erklang, ähnlich wie das Geräusch eines vorbeirasenden Schnellzuges und links und rechts von ihm tauchten schwarze Wände auf, an denen unzählige Schnellfeuergewehre, Pumpguns, Pistolen und schwere MGs aufgehängt waren.
Der Dämon, der mittlerweile den Felsspalt verlassen hatte, stieß einen wütenden Schrei aus. Er schien zu ahnen, dass er seine Macht über Eric verlor. Er ließ sich auf alle Viere nieder und rannte los.
Eric griff wahllos die erstbeste Waffe und erwischte eine abgesägte doppelläufige Schrotflinte. In dem Moment, in dem der Dämon ihn fast erreicht hatte, hob Eric die Waffe und drückte ab.
Der Schädel des Dämons zerplatzte und der nunmehr kopflose Körper kippte nach hinten und schlug hart auf dem Boden auf.
Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er hob den noch qualmenden Lauf vor den Mund und pustete gespielt den Rauch weg.
»Groovy!«
Er hatte es geschafft. Er hatte seinen Traum verändert. Jetzt musste er nur noch aufwachen.
Eric drehte sich um. Vielleicht musste er die Hütte erreichen? Vielleicht war sie ein Ausstiegspunkt?
Von dem Dämonenkörper hörte er ein leises Plätschern. Die durch die Schrotflinte weggesprengten Fleischfetzen krochen zu dem Ungeheuer zurück. Stück für Stück fügte sich der Schädel wieder zusammen.
Eric griff sich eines der Sturmgewehre und legte an. Der Dämon erhob sich wieder.
»Du bist so abgrundtief hässlich!«, murmelte Eric, dann riss er den Abzug durch. Wieder wurde das Unwesen von den Füßen gerissen, aber diesmal gab sich Eric keinen Illusionen hin. Stattdessen formulierte er in Gedanken einen neuen Wunsch nach einem LKW.
»Ich komme wieder«, rief er dem Monster zu, bevor er in den aus dem Nichts erschienenen Laster einstieg. Hastig startete er den Motor, legte den Gang ein, löste die Handbremse und überfuhr den Dämon.
»Hasta la vista, Baby«, rief er aus dem Fenster, bevor er den Motor ausschaltete und ausstieg.
Dann schlendere er zu der Waffenwand zurück und griff sich einen Flammenwerfer. Eine Feuerlanze schoss heraus und steckte den leblos wirkenden Körper in Brand.
»Erledigt Alter, aus dir mach ich Hundefutter, Kumpel!«, kicherte Eric und ließ den Flammenwerfer fallen. Dann schaute er sich wieder nach der Hütte um.
Er musste sehen, dass er irgendwie aus seinem Traum herauskam. Doch als er losmarschieren wollte, wurde er am Fuß festgehalten und zu Boden gezerrt.
»Für einen Menschen – nicht übel«, knurrte der Dämon – und es klang beinahe wie der Androide Bishop aus Aliens. Seine Klauenhände tasteten über Erics Körper, seinen Hals, befühlten seinen Kopf. Umschlossen den Schädel.
Eric schrie. Er fühlte, wie der Druck auf seinen Kopf zunahm, wie die Klauen in die Kopfhaut eindrangen, den Schädelknochen durchstießen. Immer stärker wurde der Druck.
Aus seinem Schreien wurde ein verzweifeltes Kreischen.
Dann spürte Erik, wie sein Schädel nachgab und barst.

Im Laufe der Obduktion wurde Erics Schädelhöhle geöffnet.
Dabei wurde eine Wucherung, ein Hirntumor entdeckt.

 

Die Rumpelkiste rumpelt weiter

Gerade hat „Die Rumpelkiste“ noch bei der anderen Buchmesse in Tirol die „Familie Raunzeschimpf“ gespielt und schon geht es mit der  nächsten Geschichte weiter.

rumpelstilzchenJetzt wird fleißig für  „Das Rumpelstilzchen – wie es wirklich war“ geprobt.

Die Premiere findet am Sonntag, dem 27. September 2015 um 15:00 Uhr im Festsaal Bezirksamt Döbling (Gatterburggasse 14, 1090 Wien) statt.

Kartenpreis: € 5,- (freie Sitzwahl)

Reservierungen unter:
dierumpelkiste@gmx.at

Hier geht es zur Facebookveranstaltung:
Das Rumpelstilzchen – wie es wirklich war